Es ist ein Vergleich, der Gewicht hat, weil er von einem ausgewiesenen Fachmann kommt. Ralf Rangnick, Teamchef der österreichischen Nationalmannschaft, hat den jungen spanischen Offensivspieler Lamine Yamal bei der WM 2026 in die Nähe von Lionel Messi gerückt. Der 18-jährige Barcelona-Star könne, so der Tenor, eines Tages auf einer ähnlichen Stufe wie der Argentinier landen.

Der Kontext

Rangnick äußerte sich im Umfeld des österreichischen WM-Auftritts. Der Vergleich fiel dabei als grundsätzliche Einordnung der größten Ausnahmespieler dieses Turniers: Mit Messi habe man es mit dem womöglich besten Spieler aller Zeiten zu tun – und Yamal sei einer, der dieses Niveau perspektivisch erreichen könne (kicker). Der genaue Wortlaut der Aussage lässt sich anhand der öffentlich verfügbaren Berichte nicht zweifelsfrei rekonstruieren; die zugespitzte Formulierung stammt aus der Aufbereitung des kicker. Inhaltlich decken sich aber mehrere Medien darin, dass Rangnick große Hochachtung sowohl vor Messi als auch vor dem spanischen Talent erkennen ließ.

Yamals Turnier: schwacher Start, dann der Knall

Wer den Vergleich einordnen will, muss auf Yamals bisherige WM-Auftritte schauen – und die begannen verhalten. Spaniens Auftaktspiel gegen Außenseiter Kap Verde endete sensationell 0:0. Yamal kam erst als Einwechselspieler; sein Einsatz wurde wegen einer im Frühjahr erlittenen Oberschenkelverletzung vorsichtig dosiert (ESPN).

Im zweiten Gruppenspiel gegen Saudi-Arabien folgte dann die Antwort. Yamal traf bereits in der 11. Minute zu seinem ersten WM-Tor überhaupt und leitete damit einen klaren 4:0-Erfolg ein. Mikel Oyarzabal legte mit einem Doppelpack nach. Mit dem Sieg sprang Spanien an die Spitze der Gruppe H (Sky Sports).

Einordnung: Lob mit Bodenhaftung

Yamal selbst geht mit solchen Vergleichen betont nüchtern um. Sein Stil sei ein anderer als der von Messi, betonte der 18-Jährige zuletzt. Rangnicks Aussage ist damit weniger eine Gleichsetzung als eine Prognose: Das Potenzial sei vorhanden, der Weg aber noch lang. Für die Zuschauer bleibt die Erkenntnis, dass dieses Turnier von zwei Generationen spanischsprachiger und spanischer Ausnahmekönner geprägt wird – dem 38-jährigen Messi und dem 18-jährigen Yamal.