Es sollte ein Fußballfest werden – und wurde zugleich ein Lehrstück über die Launen des nordamerikanischen Wetters. Frankreich setzte sich bei der WM 2026 gegen den Irak mit 3:0 durch und löste vorzeitig das Ticket für die K.-o.-Phase. Doch die Schlagzeilen schrieben an diesem Abend nicht nur die Torschützen, sondern auch dunkle Wolken über Philadelphia.
Mbappé eröffnet das Festival
Les Bleus kamen druckvoll aus den Startlöchern. Bereits in der 14. Minute brachte Kapitän Kylian Mbappé seine Mannschaft mit einem sehenswerten Treffer in Führung. Für den Stürmer von Real Madrid war es ein Abend mit Symbolkraft: Das Duell markierte sein 100. Länderspiel im Trikot der Équipe Tricolore – ein Jubiläum, das er sich mit Toren selbst veredelte.
Mit seinen beiden Treffern an diesem Tag steht Mbappé nun bei 16 WM-Toren und zieht damit mit dem deutschen Rekordhalter Miroslav Klose gleich. Vor ihm rangiert in dieser ewigen Bestenliste nur noch Lionel Messi.
Wenn der Himmel die Regie übernimmt
Dann jedoch übernahm das Wetter das Kommando. Während der Halbzeitpause zog ein schweres Unwetter rund um das Stadion auf. Meteorologen warnten vor heftigen Gewittern, gefährlichen Blitzeinschlägen und starken Windböen. Die Veranstalter forderten die Zuschauer auf, die Tribünen zu räumen und Schutz zu suchen.
Nach US-amerikanischen Sicherheitsprotokollen muss der Spielbetrieb im Freien nach jedem Blitz in der näheren Umgebung pausieren – und so dehnte sich die Unterbrechung auf mehr als zwei Stunden aus. Tausende der 68.324 Zuschauer harrten aus, vertrieben sich die Wartezeit mit La-Ola-Wellen und Selfies, ehe der Ball wieder rollen durfte.
Der zweite Anlauf
Dass eine solche Zwangspause den Rhythmus einer Mannschaft empfindlich stören kann, ist im Fußball gefürchtet. Frankreich aber kehrte wie verwandelt auf den Rasen zurück. In der 54. Minute schnürte Mbappé seinen Doppelpack und stellte auf 2:0.
Den Schlusspunkt setzte Ousmane Dembélé. In der 66. Minute vollendete er zum 3:0-Endstand. Auch der Bayern-Profi Michael Olise gehörte zu den auffälligsten Akteuren des Abends – ein Beleg für die spielerische Breite, über die Trainer Didier Deschamps verfügt.
Souverän ins Achtelfinale
Für den Irak blieb gegen die individuelle Klasse der Franzosen wenig zu bestellen. Unterm Strich steht ein verdienter Erfolg, der das Weiterkommen in die K.-o.-Runde besiegelt. Mbappé untermauerte an seinem Jubiläumsabend einmal mehr seinen Status als Schlüsselspieler der Mannschaft – und das Unwetter wird vor allem als skurrile Randnotiz eines ansonsten dominanten Auftritts in Erinnerung bleiben. Festzuhalten bleibt: Wenn schon der Himmel über Philadelphia tobte, so blieb Frankreich auf dem Platz die Ruhe selbst.



