Manche Gegenspieler versuchen es mit Manndeckung, andere mit Grätsche. Ein Mann aus Ghana setzt lieber auf Übersinnliches. Vor dem WM-Gruppenspiel zwischen England und Ghana hat der ghanaische Fetischpriester Nana Kwaku Bonsam angekündigt, Englands Kapitän und Bayern-Stürmer Harry Kane mit einem Fluch aus dem Spiel nehmen zu wollen.

Was angekündigt wurde

„Ich arbeite an Harry Kane. Ich weiß, was ich tun muss, um ihn zu stoppen", wird Bonsam von mehreren Medien zitiert (Goal.com). Eines stellt er dabei ausdrücklich klar: „Ich wünsche ihm keine ernsthafte Verletzung. Es soll nur reichen, um ihn gegen mein Land zu stoppen", zitiert ihn Türkiye Today. Bonsam ist im internationalen Fußball kein Unbekannter: Schon 2014 behauptete er, für eine Knieverletzung von Cristiano Ronaldo während der damaligen WM verantwortlich zu sein.

Der sportliche Kontext

Die Drohung kommt nicht zufällig. England und Ghana treffen am zweiten Spieltag der Gruppe aufeinander. Und ausgerechnet Kane ist für Ghana das Schreckgespenst: Der Bayern-Torjäger ist Englands Kapitän und einer der heißesten Anwärter auf die Torjägerkanone des Turniers. Wer Kane stoppt, stoppt halb England – das weiß auch ein Fetischpriester. (Das genaue Anstoßdatum nennen die Berichte mit dem 23. Juni 2026; das ist noch nicht abschließend bestätigt.)

Wie man das einordnen sollte

So schmunzelnd die Geschichte daherkommt: Sie steht in einer langen Tradition. Bei afrikanischen Turnieren und WM-Duellen tauchen immer wieder „Juju"-Erzählungen auf – mal als ernst gemeinter Glaube, mal als Folklore, oft auch als gezielter PR-Coup für eine schillernde Figur. Die Verehrung traditioneller Gottheiten ist in Teilen Ghanas gelebte Realität und verdient Respekt; daraus eine Lachnummer zu machen, wäre billig.

Für die englische Offensivarbeit bleibt es dennoch nebensächlich. Bonsams letzter prominenter „Klient", Cristiano Ronaldo, spielte trotz angeblichem Fluch noch jahrelang auf höchstem Niveau weiter. Die wahrscheinlichste Methode, Harry Kane zu stoppen, dürfte also weiterhin ein gut gestellter Abwehrriegel sein – nicht das Übersinnliche.