Renault hat seinen Kompakt-Stromer Megane E-Tech überarbeitet. Äußerlich fällt das Facelift moderat aus – eine neue Lichtsignatur an der Front und das in die Haube integrierte Markenlogo sollen für einen frischeren Auftritt sorgen, während Länge, Radstand und Kofferraumvolumen unverändert bleiben. Die eigentliche Neuerung steckt unter dem Boden: Renault wechselt die Batteriechemie. Das berichtet heise online.
Was sich technisch ändert
Statt der bisherigen NMC-Zellen (Nickel-Mangan-Kobalt) verbaut Renault jetzt einen Akku auf Basis von Lithium-Eisenphosphat (LFP). Die nutzbare Kapazität steigt laut Hersteller von rund 60 auf 67 Kilowattstunden, die WLTP-Reichweite klettert auf bis zu 500 Kilometer (zuvor 452 km). Der Akku ist in einer Cell-to-Pack-Bauweise aufgebaut, also ohne klassische Zwischenmodule – das spart Bauraum und Gewicht und hilft, den Dichte-Nachteil von LFP auszugleichen (InsideEVs).
Der Elektromotor bleibt mit 160 kW (218 PS) und 300 Nm unverändert. An der DC-Schnellladesäule lädt der Megane mit bis zu 165 kW, von 15 auf 80 Prozent vergehen rund 24 Minuten. Das Fahrzeuggewicht steigt um etwa 53 Kilogramm – ein typischer Effekt der etwas schwereren LFP-Zellen.
Was LFP eigentlich ist – und warum es sich lohnt
LFP und NMC bezeichnen die chemische Zusammensetzung der Akkuzellen. Der entscheidende Unterschied: LFP kommt ohne Kobalt und Nickel aus. Beide Rohstoffe sind teuer, ihre Förderung gilt als umwelt- und teils menschenrechtlich problematisch. Genau das macht LFP attraktiv – die Zellen sind deutlich günstiger in der Herstellung, gelten als brandsicherer und vertragen mehr Ladezyklen, halten also länger (Electrifying.com).
Die Kehrseite: LFP-Zellen haben eine geringere Energiedichte, speichern bei gleicher Größe also weniger Strom – moderne Cell-to-Pack-Konstruktionen schließen diese Lücke aber zunehmend. Außerdem verlieren LFP-Akkus bei Kälte stärker an Leistung, weshalb sie meist eine aktive Vorkonditionierung benötigen.
Marktkontext: Der Trend geht zu LFP
Renault folgt damit einem klaren Branchentrend. Gerade bei günstigeren E-Autos setzen immer mehr Hersteller auf LFP, um die Kosten zu drücken – darunter Volkswagen für künftige Einstiegsmodelle und Tesla, das die Standardvarianten von Model 3 und Model Y bereits seit Jahren mit LFP ausstattet. Die Technik stammt überwiegend von chinesischen Zellherstellern wie CATL und BYD.
Preis und Marktstart noch offen
Konkrete Preise und ein verbindliches Marktstart-Datum hat Renault zum Zeitpunkt der Ankündigung noch nicht genannt. Der aktuelle Megane E-Tech startet bei rund 41.000 Euro; ob das günstigere LFP-Paket diesen Einstiegspreis senkt, ist offen. Angesichts des wachsenden Wettbewerbs im Kompaktsegment werden Preisanpassungen aber erwartet.



