Sie machen einfach weiter. Wenige Tage nach dem aufsehenerregenden 0:0 gegen Titelfavorit Spanien hat Kap Verde bei der Fußball-WM 2026 auch dem zweimaligen Weltmeister Uruguay einen Punkt abgenommen. Beim 2:2 im zweiten Gruppenspiel zeigte der kleine Inselstaat aus dem Atlantik erneut, dass sein WM-Debüt kein Zufall ist, wie die ZDF-Sportschau berichtet.

Pina schreibt Geschichte, Uruguay dreht das Spiel

Den Auftakt zu einem wilden Abend besorgte Kevin Pina. In der 21. Minute zirkelte er einen direkten Freistoß aus rund 25 Metern unhaltbar in den Winkel – das erste WM-Tor der kapverdischen Fußballgeschichte und laut Opta Analyst der weiteste Distanztreffer des bisherigen Turniers.

Doch Uruguay antwortete vor der Pause mit einem Doppelschlag. Zunächst stocherte Maxi Araújo den Ball in der 44. Minute über die Linie. Tief in der Nachspielzeit der ersten Hälfte (45.+6) drehte Agustín Canobbio die Partie zugunsten der Celeste – 2:1 zur Pause.

Varela rettet den Punkt

Doch Kap Verde gab sich nicht geschlagen. In der 61. Minute war es der eingewechselte Hélio Varela, der nach einer Fehlerkette in der uruguayischen Defensive zum 2:2-Endstand einschob. Es blieb beim Remis – ein Ergebnis, das die kleine Nation feierte wie einen Sieg.

Was das für Kap Verde bedeutet

Nach zwei Spieltagen ist Kap Verde in Gruppe H weiter ungeschlagen. Mit zwei Punkten aus den Remis gegen Spanien und Uruguay liegt das Team gleichauf mit Uruguay; Spanien führt die Gruppe an, Saudi-Arabien bildet das Schlusslicht. Entscheidend: Kap Verde hat das Weiterkommen weiter aus eigener Kraft in der Hand. Im abschließenden Gruppenspiel gegen Saudi-Arabien winkt dem Debütanten bei einem Erfolg der Einzug in die K.o.-Runde – die genaue Konstellation hängt vom Parallelspiel ab.

Der kleinste Außenseiter des Turniers

Die Geschichte gewinnt durch die Dimension des Teilnehmers an Glanz: Mit rund einer halben Million Einwohnern gehört Kap Verde zu den kleinsten Nationen, die sich je für eine WM-Endrunde qualifiziert haben. Dass diese Mannschaft nun zwei Schwergewichten des Weltfußballs jeweils einen Punkt entreißt, macht das WM-Märchen der Blauen Haie zu einer der schönsten Erzählungen dieses Turniers. Und es ist womöglich noch nicht zu Ende.