Zwei Remis, kein Treffer aus dem Spiel

Es sollte das Turnier der Wiedergutmachung werden, doch Belgien stolpert bei der WM 2026 von einer Enttäuschung in die nächste. Nach dem Auftakt-1:1 gegen Ägypten kamen die Roten Teufel am 21. Juni in Los Angeles auch gegen den Iran nicht über ein torloses 0:0 hinaus (sportschau.de). Beim 1:1 gegen Ägypten hatte ausgerechnet ein von Lukaku erzwungenes Eigentor den Punkt gerettet – ein Treffer aus dem Spiel heraus gelang Belgien in zwei Partien bislang nicht.

Mit zwei Punkten steht die Mannschaft in Gruppe G nur auf Rang zwei. Das Weiterkommen ist damit noch nicht gesichert: Im letzten Gruppenspiel am 27. Juni gegen Neuseeland steht Belgien unter Zugzwang.

Ein iranischer Torhüter über sich hinaus

Gegen den Iran dominierte Belgien die Partie über weite Strecken, scheiterte aber immer wieder am iranischen Schlussmann Alireza Beiranvand. Die größte Szene gehörte Maxim De Cuyper, der aus kurzer Distanz frei zum Abschluss kam – und Beiranvand brachte irgendwie noch die Hand an den Ball (Al Jazeera). Zuvor hatte Kevin De Bruyne die Hereingabe geliefert, doch der erlösende Treffer blieb aus.

Die Rote Karte als Sinnbild

Den Bruch brachte die 67. Minute: Innenverteidiger Nathan Ngoy unterlief ein schwacher Rückpass, anschließend brachte er Irans Stürmer Mehdi Taremi als letzter Mann zu Fall – Rot, Notbremse (Al Jazeera). In Unterzahl rettete Belgien das Remis, doch die Szene steht sinnbildlich für ein nervöses, fehleranfälliges Auftreten.

Warum die goldene Generation strauchelt

Das Kernproblem ist altbekannt: Belgiens viel zitierte „goldene Generation“ ist in die Jahre gekommen. De Bruyne und der ewige Mittelstürmer Lukaku tragen das Team noch immer, wirkten gegen den Iran aber unauffällig (ZDF). Personell fehlte mit dem erkrankten Jeremy Doku ein wichtiger Tempodribbler, der die kompakten Abwehrreihen der Gegner hätte aufreißen können.

Hinzu kommt die Verantwortung des Trainers: Rudi Garcia hat noch keinen Weg gefunden, aus dem Übergewicht an Ballbesitz auch echte Torgefahr zu erzeugen. Belgien spielt geduldig, aber harmlos. Für ein Team, das einst die FIFA-Weltrangliste anführte, ist die Bilanz ernüchternd. Gegen Neuseeland hat Belgien sein Schicksal zwar noch in der eigenen Hand – gelingt aber kein klarer Sieg, droht ein frühes und blamables WM-Aus.