Linda Noskova hat das WTA-Turnier in Berlin mit einem seltenen Doppelerfolg abgeschlossen. Die 21 Jahre alte Tschechin gewann beim Rasen-Event nicht nur den Einzel-, sondern auch den Doppel-Wettbewerb – wenige Tage vor dem Beginn von Wimbledon ein eindrucksvolles Ausrufezeichen.

Erst der Einzeltitel gegen Pegula

Im Einzel-Finale setzte sich Noskova gegen die US-Amerikanerin Jessica Pegula durch. Nach knapp zwei Stunden hieß es 6:4, 4:6, 6:3 für die Tschechin, die damit den zweiten Titel ihrer Karriere und ihren ersten auf Rasen feierte (WTA). Das Endspiel hatte sich wegen anhaltenden Regens in der deutschen Hauptstadt um Stunden verzögert. Für Noskova hat der Erfolg weitreichende Folgen: Sie löst Karolina Muchova als tschechische Nummer eins ab und stieg erstmals in die Top 10 der Weltrangliste auf.

„Ich habe das definitiv nicht erwartet“, sagte Noskova nach dem Match. Pegula, aktuell die Nummer vier der Welt, hatte sich auf dem Weg ins Finale unter anderem gegen die Weltranglistenerste Aryna Sabalenka durchgesetzt.

Dann auch der Doppeltitel

Wenig später legte Noskova nach. An der Seite der Russin Ekaterina Alexandrova gewann sie das Doppel-Finale gegen Sara Errani (Italien) und Nicole Melichar-Martinez (USA) mit 6:2, 6:4. Zuvor hatten Noskova und Alexandrova ein wegen eines Unwetters am Sonntag unterbrochenes Halbfinale zu Ende gebracht (Tagesspiegel). Einen Einzel- und Doppeltitel beim selben Turnier zu gewinnen, gelingt im modernen Profitennis nur selten – die Spezialisierung der Spielerinnen macht solche Doppelerfolge zur Ausnahme.

Bestform vor Wimbledon

Das Berliner Turnier zählt zur Kategorie WTA 500 und wurde auf Rasen ausgetragen. Es dient traditionell als wichtige Standortbestimmung vor Wimbledon, das wenige Tage später beginnt. Noskova reist damit in starker Form zum Rasen-Grand-Slam – sowohl im Einzel als auch im Doppel.

Aus deutscher Sicht blieb das Heimturnier ohne Titelchance im Finale: Mit einer Wildcard war im Einzel-Hauptfeld Eva Lys vertreten, an den Endspielen waren deutsche Spielerinnen jedoch nicht beteiligt. Für Noskova ist die Woche in Berlin der bislang größte Erfolg ihrer Laufbahn.