Es ist ein Satz, den im deutschen Rugby kaum jemand zu träumen gewagt hätte: Ein in Deutschland geborener Spieler trägt künftig das schwarze Trikot der All Blacks. Anton Segner, 24 Jahre alt und gebürtig aus Frankfurt, wurde am 22. Juni 2026 in den Kader der neuseeländischen Nationalmannschaft berufen – nach übereinstimmenden Angaben mehrerer Medien als erster in Deutschland geborener All Black überhaupt (Tagesspiegel, hessenschau).
Was genau erreicht wurde
Wichtig zur Einordnung: Segner steht nicht nur bei einem Verein, sondern tatsächlich im Aufgebot des Nationalteams. Der Cheftrainer nominierte ihn in seinen 34-köpfigen Kader für die Nations Championship, in der die All Blacks im Juli auf Gegner wie Frankreich, Italien und Irland treffen (NZ Herald). Sein tatsächliches Debüt steht damit noch aus – die Berufung in den Kader ist aber bereits historisch. Segner ist ein vielseitiger Loose Forward, der alle drei Positionen in der dritten Reihe spielen kann.
Der Weg vom Schüleraustausch zur Nationalmannschaft
Segners Geschichte beginnt beim SC 1880 Frankfurt. 2017 kam er als 15-Jähriger über ein sechsmonatiges Austauschprogramm ans Nelson College auf der neuseeländischen Südinsel – und blieb. Mit 16 unterschrieb er seinen ersten Profivertrag. 2018 wurde er für die New Zealand Schools nominiert, 2020 für die U20-Auswahl des Landes. Im selben Jahr gewann er mit Tasman den Mitre 10 Cup und wurde damit nach Medienangaben der erste Deutsche, der diesen neuseeländischen Provinztitel holte (The Press).
2022 wechselte er zu den Auckland Blues und wurde damit der erste Deutsche auf der Super-Rugby-Bühne; 2024 folgte ein Dreijahresvertrag. In der Saison 2026 führte er die Blues sogar zeitweise als Kapitän an.
„Mir fehlen die Worte“
Segner zeigte sich überwältigt: „Mir fehlen die Worte. Das ist natürlich die aufregendste Zeit meines Lebens“, wird er zitiert. Der Cheftrainer begründete die Nominierung mit Segners Konstanz und seiner Stärke im Kampf um Bälle.
Warum das in Deutschland eine kleine Sensation ist
Rugby ist in Deutschland klar ein Nischensport – Bundesliga-Vereine spielen meist vor wenigen hundert Zuschauern, während die All Blacks zu den ikonischsten Mannschaften des Weltsports zählen. Dass ausgerechnet ein Frankfurter den Sprung in dieses Team schafft, ist deshalb weit mehr als eine persönliche Erfolgsgeschichte: Es ist ein Signal, dass auch aus einer Rugby-Diaspora der Weg an die absolute Weltspitze möglich ist.



