Der Milliardär und Porsche-Aufsichtsratsvorsitzende Wolfgang Porsche trennt sich womöglich von einem seiner prominentesten Besitztümer: der sogenannten Stefan-Zweig-Villa, auch Paschinger Schlössl genannt, am Salzburger Kapuzinerberg. Das berichten übereinstimmend mehrere österreichische Medien. Eine endgültige Entscheidung ist allerdings noch nicht gefallen.

Was bestätigt ist – und was nicht

Die Immobilienverwaltung von Porsche bestätigte gegenüber Salzburger Medien lediglich, dass es „Überlegungen“ zu einem Verkauf gebe – „endgültig fixiert“ sei aber nichts. Das Objekt wird nach Recherchen österreichischer Redaktionen auf einer Luxus-Immobilienplattform angeboten; der kolportierte Angebotspreis liegt bei rund 12,7 Millionen Euro. Ein konkreter Käufer ist bislang nicht bekannt (ORF Salzburg, Salzburg24).

Porsche hatte das denkmalgeschützte Anwesen 2020 für rund 8,4 Millionen Euro erworben und anschließend aufwendig sanieren lassen. Das Schlössl war einst Wohnsitz des Schriftstellers Stefan Zweig (1881–1942) – daher der Name.

Der Konflikt: ein privater Tunnel durch den Berg

Kern des Streits ist ein geplanter privater Zugangstunnel samt Tiefgarage durch den Kapuzinerberg. Weil die reguläre Zufahrt zur Villa eng und im Winter oft vereist ist, wollte Porsche eine unterirdische Erschließung schaffen – nach Medienangaben mit Kosten von rund zehn Millionen Euro, die er aus eigener Tasche tragen wollte.

Nachdem das Projekt Anfang 2025 öffentlich wurde, formierte sich erheblicher Widerstand. Umweltschützer, Denkmalschützer, Grüne und die KPÖ kritisierten eine „Sonderbehandlung für Superreiche“; im Mai 2025 wurden Berichten zufolge mehr als 16.000 Unterschriften gegen das Vorhaben gesammelt. Dennoch wurde die Genehmigung Ende 2025 erteilt. Laut dem Salzburger Bürgermeister Bernhard Auinger (SPÖ) ist die Bewilligung an die Liegenschaft gebunden, nicht an die Person – ein künftiger Käufer könnte den Tunnel also weiterverfolgen.

'Superreichen-Bashing' als Auslöser

Als Hauptmotiv für den möglichen Rückzug nennt das Umfeld des 83-Jährigen die anhaltende öffentliche Kritik. Aus Porsches Kreis ist von massivem „Superreichen-Bashing“ durch Politik und lokale Medien die Rede, das ihm die Freude am Salzburg-Refugium verleidet habe. Diese Zuschreibung der Motive stammt allerdings aus dem Umfeld Porsches und ist als Darstellung einer Seite zu werten; ob Porsche selbst dies öffentlich bestätigt hat, ist nicht belegt.

Die Stadt Salzburg hat unterdessen laut ORF einen eigenen Ankauf der Villa ausgeschlossen. Ob es tatsächlich zum Verkauf kommt, bleibt vorerst offen.