Im Konflikt zwischen den USA und dem Iran setzen beide Seiten ihre Gespräche fort. Nach dem Auftakt auf der Ebene der Verhandlungsführer sollen unmittelbar im Anschluss weitere Beratungen auf Arbeitsebene folgen, wie die Vermittler Katar und Pakistan mitteilten. Das berichten übereinstimmend Der Tagesspiegel und das Handelsblatt unter Berufung auf eine gemeinsame Erklärung der beiden Staaten.
Bürgenstock als Schauplatz
Die technischen Gespräche zur Umsetzung der Vereinbarungen sollen den Rest der Woche im schweizerischen Luxusresort Bürgenstock am Vierwaldstättersee stattfinden. Erklärtes Ziel ist es, wie in einem zuvor geschlossenen Rahmenabkommen vorgesehen, innerhalb von 60 Tagen ein „finales Abkommen“ zu erreichen.
Wer auf beiden Seiten am Verhandlungstisch sitzt, benennen die deutschen Agenturmeldungen nicht. Bestätigt ist nach Angaben von Euronews, dass US-Vizepräsident JD Vance der amerikanischen Delegation angehört, die im Kanton Nidwalden eingetroffen war. Der iranische Staatssender Press TV nennt darüber hinaus weitere Teilnehmer und beziffert die erste Runde auf rund 80 Minuten – Angaben, die sich aus westlichen Quellen bislang nicht unabhängig bestätigen lassen und entsprechend mit Vorsicht zu behandeln sind.
Vier Arbeitsfelder
Im Zentrum der weiteren Beratungen stehen nach Darstellung der Vermittler mehrere Arbeitsgruppen. Sie befassen sich mit dem iranischen Atomprogramm, mit den westlichen Sanktionen, mit einem direkten Kommunikationskanal zur Vermeidung von Zwischenfällen in der Straße von Hormus sowie mit der Einhaltung einer Waffenruhe im Libanon. Vance sagte gegenüber Euronews, man wolle „hopefully make progress on the nuclear issue, make progress on the Lebanon ceasefire issue“.
Spannungen im Hintergrund
Trotz der diplomatischen Annäherung bleibt die Lage fragil. Streit gibt es vor allem um die Straße von Hormus, die der Iran zeitweise für gesperrt erklärt hatte. Das US-Zentralkommando widersprach dieser Darstellung: Nach den von Euronews zitierten Angaben passierten allein am Samstag 55 Handelsschiffe die Meerenge und transportierten mehr als 17 Millionen Barrel Öl auf die Weltmärkte.
Auch die Waffenruhe im Libanon gilt als Belastungsprobe. Ob die Gespräche am Bürgenstock zu einem dauerhaften Abkommen führen, ist damit weiterhin offen – die kommenden Tage auf Arbeitsebene dürften zeigen, wie belastbar die Annäherung tatsächlich ist.



