Es ist die Arena, in der am 19. Juli 2026 der Weltmeister gekürt wird – doch schon Wochen vor dem Finale steht das MetLife Stadium in East Rutherford, New Jersey, aus dem falschen Grund im Rampenlicht. Statt über Spielzüge reden die Profis über den Boden unter ihren Füßen. Auch im Lager der deutschen Nationalmannschaft, die in diesem Stadion antreten soll, wird das Thema aufmerksam verfolgt.

Was die Stars kritisieren

Am deutlichsten wurde der französische Mittelfeldspieler Adrien Rabiot. Er stellte sogar infrage, ob man von einem echten Rasen sprechen könne: Das Spielfeld habe sich „eher wie ein Kunstrasen“ angefühlt – „ziemlich hart und ziemlich starr“, so von mehreren Medien übereinstimmend wiedergegebene Aussagen. Brasiliens Star Vinícius Júnior klagte über eine andere Facette: „Wegen des Wetters und der Hitze trocknet der Rasen schnell aus, und das Spiel wird sehr langsam“, zitiert ihn Yahoo Sports. In der zweiten Halbzeit, so der Tenor, verliere der Platz an Tempo und Halt.

Warum der Untergrund so heikel ist

Das MetLife Stadium ist im Normalbetrieb die Heimat der NFL-Teams New York Giants und New York Jets – mit Kunstrasen. Für die WM ließ die FIFA einen Hybridrasen verlegen. Doch der Aufbau ist komplex: Unter den kurzen Bermudagras-Halmen liegen rund zwei Fuß Sand, ein Bewässerungs- und ein Belüftungssystem, ganz unten weiterhin die ursprüngliche Kunstrasen-Infrastruktur, wie CBS Sports die Konstruktion beschreibt. Genau diese sehr kurzen Grasfasern und die feste Unterlage dürften das harte Spielgefühl erklären, das die Profis beklagen. Hinzu kommt die sommerliche Hitze, die dem Geläuf zusetzt. Die Debatte ist Teil eines größeren Streits: Viele US-WM-Stadien haben dauerhaft Kunstrasen, der nur für das Turnier mit Naturrasen überdeckt wird.

Die FIFA wiegelt ab

Der Weltverband weist die Kritik zurück. Man habe „mehr als fünf Jahre“ Forschung in die Spielflächen investiert, und die Plätze aller 16 WM-Stadien seien „in ausgezeichnetem Zustand, sowohl was die Bespielbarkeit als auch die Sicherheit der Spieler betrifft“, erklärte die FIFA laut Sports Illustrated. Optische Unterschiede einzelner Rasenflächen sagten nichts über deren Qualität aus; vor jedem Spiel werde die Feuchtigkeit kontrolliert.

Was das für das DFB-Team bedeutet

Für die deutsche Auswahl ist die Causa mehr als eine Randnotiz: Ein harter, schnell austrocknender Platz verändert Ballverhalten, Laufwege und Verletzungsrisiko – Faktoren, die im K.o.-Modus über alles entscheiden können. Ob sich einzelne DFB-Spieler oder das Trainerteam bereits konkret zum Untergrund von East Rutherford geäußert haben, ist offen. Klar ist nur: Wer in diesem Stadion bestehen will, muss sich auf einen Rasen einstellen, der schon vor dem Finale für reichlich Gesprächsstoff sorgt.