Es war ein Schreckmoment in einer eigentlich gelungenen Partie: Beim 2:1-Erfolg der deutschen Nationalmannschaft gegen die Elfenbeinküste am 21. Juni 2026 musste Nico Schlotterbeck früh behandelt werden. Der Innenverteidiger von Borussia Dortmund knickte in der Anfangsphase nach einem Zweikampf um und wurde zur Halbzeit ausgewechselt. Für die Mannschaft von Julian Nagelsmann steht damit eine der unangenehmsten Personalfragen des Turniers im Raum.
Die Verletzung: Verdacht auf das Innenband
Nach dem Spiel benannte Nagelsmann die mutmaßliche Diagnose, ließ aber Spielraum: „höchstwahrscheinlich eine Innenbandverletzung im Sprunggelenk“, sagte der Bundestrainer laut sportschau.de. Wie schwer der Schaden tatsächlich ist, war zunächst offen – es habe „jetzt nicht so gut“ ausgesehen. Das wahre Ausmaß solcher Blessuren wird oft erst sichtbar, wenn das Gelenk in der Pause auskühlt.
Turnier-Aus droht – ist aber nicht bestätigt
Wichtig für eine seriöse Einordnung: Ein WM-Aus für Schlotterbeck ist bislang nicht offiziell bestätigt. Für Klarheit sollte eine MRT-Untersuchung am Sonntag, dem 22. Juni 2026, sorgen. Erst danach lässt sich abschätzen, wie lange Nagelsmann auf den Dortmunder verzichten muss. Eine Innenbandverletzung im Sprunggelenk zieht in der Regel mehrere Wochen Pause nach sich, weshalb eine fortgesetzte Turnierteilnahme als unwahrscheinlich gilt – eine genaue Ausfalldauer steht aber bis zum Vorliegen der Ergebnisse nicht fest.
Bitter wäre der Ausfall auch wegen der Vorgeschichte: Schlotterbeck hatte in der Vorsaison nach einer Verletzung lange gefehlt und sich gerade erst in die Stammelf zurückgekämpft.
Keine Nachnominierung möglich
Nagelsmanns Handlungsspielraum ist eng. Nach den FIFA-Bestimmungen sind Nachnominierungen für verletzte Feldspieler nicht mehr möglich; eine Ausnahme gilt allein für Torhüter. Das bedeutet: Für Schlotterbeck darf kein neuer Innenverteidiger ins Aufgebot rücken, wie t-online bestätigt.
Nagelsmanns Optionen in der Abwehr
Die gute Nachricht: Deutschland reiste mit mehreren Innenverteidigern an. Gegen die Elfenbeinküste übernahm bereits Antonio Rüdiger an der Seite von Jonathan Tah und dürfte auch künftig in der Startelf stehen. Als weitere Alternativen gelten Waldemar Anton und Malick Thiaw. Qualitativ ist die Lücke also zu schließen – an Schlotterbecks Spielaufbau und seinem linken Fuß fehlt es der DFB-Abwehr im Aufbauspiel dennoch.
Nagelsmann hatte die dünne Personaldecke in der Abwehr bereits vor dem Turnier als eines der größten Probleme benannt. Sollte sich der Verdacht bestätigen, verliert er einen Schlüsselspieler für die Spieleröffnung und muss seine Defensive über mehrere K.o.-Runden hinweg umstellen. Klarheit bringt erst das MRT.



