Die schwarz-rote Bundesregierung setzt ihren Dialog mit Gewerkschaften und Arbeitgebern fort: Am Nachmittag des 22. Juni 2026 kommen Vertreterinnen und Vertreter von Gewerkschaften und Wirtschaftsverbänden erneut im Bundeskanzleramt in Berlin zusammen, um über die geplanten Reformen der Koalition aus Union und SPD zu beraten. Es handelt sich um ein Folgegespräch nach dem ersten Sozialpartner-Treffen vom 10. Juni. Anders als beim Auftakt nimmt Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) diesmal nicht teil – die Runde leitet Kanzleramtschef Thorsten Frei (CDU) (Handelsblatt).
Wer am Tisch sitzt
Beim ersten Treffen waren von der Wirtschaftsseite die Spitzen des Arbeitgeberverbands BDA, des Industrieverbands BDI, des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) sowie des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH) vertreten. Auf Gewerkschaftsseite kamen die Vorsitzenden des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) sowie von IG Metall, IG BCE und Verdi hinzu (ZDFheute). Für das Folgegespräch am 22. Juni nannten die Agenturmeldungen zunächst keine namentlichen Teilnehmer; eine ähnliche Zusammensetzung gilt als wahrscheinlich.
Die Reform-Baustellen
Inhaltlich geht es um ein breites Bündel: die Lage am Arbeitsmarkt und die Sicherung von Arbeitsplätzen, die Stabilität der Sozialversicherungen in Kranken-, Pflege- und Rentenkasse, eine Steuerreform mit Entlastung der Arbeitnehmer, niedrigere Energiekosten sowie den Abbau von Bürokratie. Die Koalition will bis zur parlamentarischen Sommerpause grundlegende Reformen auf den Weg bringen; für den 30. Juni ist ein Koalitionsausschuss angesetzt, bei dem die Entscheidungen fallen sollen (Neue Westfälische).
Forderungen und Kritik
Die Gespräche dienen vor allem dazu, Positionen auszuloten und die Sozialpartner in den Reformprozess einzubinden; konkrete Beschlüsse werden nicht erwartet. Inhaltlich liegen die Seiten auseinander: Der DGB dringt etwa auf verpflichtende Betriebsrenten, während die Arbeitgeberverbände auf mehr Reformtempo und Entlastungen für Unternehmen drängen (ZDFheute).
Ein Format mit Spannungen
Das Treffen ist politisch nicht unumstritten. Merz hatte einen solchen Austausch zunächst nicht gewollt und sich gegen ein dauerhaftes Format im Stil einer „Konzertierten Aktion“ gesperrt; erst auf Drängen von Unionsfraktion und SPD lenkte er ein. Regierungsseitig wird betont, dass am Ende die Koalition entscheide. Nach dem Auftakt sprach Regierungssprecher Stefan Kornelius dennoch von einer „konstruktiven und konzentrierten Atmosphäre“ und kündigte weitere Gespräche an – eines davon ist nun das Treffen mit Frei am 22. Juni (Neue Westfälische).



