Es gibt Sommer, in denen am Himmel wenig passiert – und dann gibt es 2026. Innerhalb von gut zwei Wochen drängen sich im August gleich drei Ereignisse, die selbst Gelegenheitsbeobachter aus dem Liegestuhl locken sollten. Hier der Fahrplan, samt der einen Regel, die über allem steht: Bei der Sonne niemals ungeschützt hinsehen.

Die große Sonnenfinsternis am 12. August

Der Höhepunkt fällt auf einen Mittwochabend. Über Grönland, Island und Nordspanien schiebt sich der Mond komplett vor die Sonne – für Spanien ist es die erste totale Sonnenfinsternis seit 1905. Wer die Totalität erleben will, muss reisen: In Deutschland bleibt es bei einer partiellen Finsternis, die allerdings ungewöhnlich tief ausfällt. Je nach Standort verschwinden zwischen rund 84 Prozent (Sassnitz auf Rügen) und etwa 92 Prozent (äußerster Südwesten) der Sonnenscheibe hinter dem Mond; in München sind es rund 89 Prozent, in Berlin und Hamburg etwa 85 Prozent.

Die Tücke liegt im Timing: Das Maximum tritt erst am frühen Abend ein, wenn die Sonne bereits tief steht. Sie brauchen also freie Sicht nach Westnordwest – ein Hügel oder ein hohes Gebäude im Rücken hilft.

Und der wichtigste Satz dieses Artikels: Beobachten Sie die Finsternis ausschließlich mit einer zertifizierten Sonnenfinsternisbrille (Norm EN ISO 12312-2) oder mit speziellen Sonnenfiltern vor Fernglas und Teleskop. Sonnenbrille, Rußglas oder CD genügen nicht und können die Netzhaut dauerhaft schädigen. Da Deutschland keine Totalität erlebt, gilt das durchgehend – es gibt hierzulande keinen sicheren Moment für den ungeschützten Blick.

In derselben Nacht: die Perseiden

Als hätte der Himmel es geplant, fällt das Maximum des bekanntesten Sternschnuppenstroms fast mit der Finsternis zusammen. Die Perseiden sind von Mitte Juli bis Ende August aktiv, ihr Höhepunkt liegt in der Nacht vom 12. auf den 13. August. Erwartet werden bei gutem Himmel grob 30 bis 50 Meteore pro Stunde.

2026 sind die Bedingungen besonders günstig: Der Mond steht nur als schmale Sichel am Himmel und stört kaum, sodass auch schwächere Sternschnuppen sichtbar werden. Die Perseiden sind Staubkörnchen des Kometen 109P/Swift-Tuttle, die mit rund 60 Kilometern pro Sekunde in der Atmosphäre verglühen. Beobachtungstipp: weit weg von Stadtlicht, die Augen 20 Minuten an die Dunkelheit gewöhnen, dann mit bloßem Auge den ganzen Himmel im Blick behalten. Fernglas oder Teleskop sind hier eher hinderlich.

Zum Abschluss: die Mondfinsternis am 28. August

Gut zwei Wochen später folgt das dritte Ereignis – für Frühaufsteher. Am Morgen des 28. August schiebt sich der Erdschatten über den Mond. Anders als gelegentlich kolportiert handelt es sich nicht um eine totale, sondern um eine sehr tiefe partielle Mondfinsternis: Rund 96 Prozent des Mondes werden verdunkelt, das Maximum liegt nach Angaben von timeanddate am frühen Morgen. Weil so wenig vom Mond unverfinstert bleibt, dürfte er sich kupferrot färben – ein „fast Blutmond".

In Deutschland steht der Mond zu diesem Zeitpunkt schon sehr tief im Westen, teils geht er noch während der Finsternis unter. Auch hier braucht es einen freien Westhorizont. Im Gegensatz zur Sonnenfinsternis ist die Mondfinsternis aber völlig gefahrlos mit bloßem Auge zu genießen.

Drei Termine, ein Notizzettel am Kühlschrank – und im besten Fall ein paar wolkenfreie Augustnächte.