Papst Leo XIV. wird mit der Liberty Medal des National Constitution Center in Philadelphia geehrt. Die Auszeichnung, die seit 1988 vergeben wird, geht 2026 zum 38. Mal an eine Persönlichkeit, die sich nach dem Selbstverständnis der Stifter um die Freiheit von Menschen weltweit verdient gemacht hat.
Termin und Form der Verleihung
Die Zeremonie ist für den 3. Juli 2026 auf der Independence Mall vor dem National Constitution Center angesetzt – bewusst am Vorabend des 250. Jahrestags der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung. Anders als bei früheren Preisträgern reist der Pontifex nicht persönlich an: Leo XIV. will seine Dankesrede per Liveschalte aus dem Vatikan halten. Die Ansprache wird auf die Independence Mall übertragen und im Internet gestreamt (WHYY).
Begründung der Auszeichnung
Gewürdigt wird laut Verfassungszentrum Leo XIV.' Einsatz für Religionsfreiheit, Gewissens- und Meinungsfreiheit – Werte, die im Ersten Verfassungszusatz der USA verankert sind. Genannt werden zudem sein Eintreten für den interreligiösen Dialog und für die Menschenwürde benachteiligter Gemeinschaften. Der kommissarische Präsident des Centers, Vince Stango, verwies darauf, der Papst habe betont, dass es ohne Religions-, Gedanken- und Meinungsfreiheit keinen Frieden geben könne.
Wer ist Leo XIV.?
Leo XIV., bürgerlich Robert Francis Prevost, wurde am 8. Mai 2025 zum Papst gewählt – als erster US-amerikanischer Pontifex der Geschichte und erster aus dem Augustinerorden. 1955 in Chicago geboren, studierte er an der Villanova University bei Philadelphia und absolvierte später ein Theologiestudium in Chicago. Als Missionar verbrachte er viele Jahre in Peru, leitete dort ein Augustinerseminar und wirkte als Bischof von Chiclayo; er besitzt die US-amerikanische und die peruanische Staatsbürgerschaft. 2023 holte ihn Papst Franziskus als Präfekten des Bischofsdikasteriums nach Rom und erhob ihn zum Kardinal (Vatican News).
Prominente frühere Träger
Die Liberty Medal ging in der Vergangenheit unter anderem an den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, an die verstorbene US-Verfassungsrichterin Ruth Bader Ginsburg, an Senator John McCain, an Malala Yousafzai sowie an den Dalai Lama. Mit der Ehrung Leo XIV.' verbindet das Center die Botschaft, dass Freiheit und Menschenwürde universelle Anliegen seien – ein Anspruch, an dem sich der Pontifex künftig wird messen lassen müssen.



