Wenn die Temperaturen im Sommer 2026 klettern, häufen sich Notfälle, die im Alltag oft verwechselt werden. Dabei ist der Unterschied zwischen Sonnenstich, Hitzeerschöpfung und Hitzschlag im Ernstfall entscheidend – denn nur eine dieser drei Erkrankungen ist akut lebensbedrohlich. Wer die Anzeichen kennt, kann im richtigen Moment Leben retten.

Sonnenstich: Wenn die Sonne auf den Kopf knallt

Ein Sonnenstich entsteht durch direkte, lang andauernde Sonneneinstrahlung auf den ungeschützten Kopf und Nacken. Die Hitze reizt die Hirnhäute und löst eine entzündungsähnliche Reaktion aus, erklärt das Deutsche Rote Kreuz. Typisch sind ein hochroter, heißer Kopf bei sonst eher kühler Haut, Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit und ein steifer Nacken. Wichtig: Die Körpertemperatur ist bei einem reinen Sonnenstich in der Regel nicht erhöht, wie die Apotheken Umschau betont. Die Beschwerden treten oft erst Stunden später auf.

Erste Hilfe: Bringen Sie die betroffene Person an einen kühlen, schattigen Ort. Lagern Sie Kopf und Oberkörper erhöht und legen Sie feuchte, kühle Tücher auf Kopf und Nacken. Bei Bewusstsein darf in kleinen Schlucken getrunken werden. Bei starkem Erbrechen, anhaltender Bewusstseinstrübung oder ausbleibender Besserung den Notruf 112 wählen.

Hitzeerschöpfung: das Vorstadium

Die Hitzeerschöpfung entsteht durch den Verlust von Flüssigkeit und Salzen, wenn bei Hitze zu wenig getrunken wird. Anzeichen sind blasse, feuchte und schweißnasse Haut, Schwindel, Kreislaufschwäche und ein schneller Puls. Erste Hilfe: Person flach in den Schatten legen, die Beine erhöht lagern, beengende Kleidung öffnen, kühlen und – sofern voll bei Bewusstsein – Wasser oder eine Saftschorle anbieten.

Hitzschlag: der lebensbedrohliche Notfall

Beim Hitzschlag versagt die Wärmeregulation des Körpers, es kommt zu einem gefährlichen Wärmestau. Die Körpertemperatur steigt auf über 40 Grad, die Haut ist heiß, hochrot und oft trocken, weil der Körper das Schwitzen einstellt. Hinzu kommen Verwirrtheit, Krämpfe und Bewusstlosigkeit. Ein Hitzschlag kann auch ohne direkte Sonne entstehen, etwa in überhitzten Räumen oder bei körperlicher Anstrengung. Er ist akut lebensbedrohlich.

Erste Hilfe: Sofort den Notruf 112 wählen. Person umgehend aus der Hitze bringen. Bei Benommenheit die Beine hochlagern, bei Bewusstlosigkeit mit normaler Atmung in die stabile Seitenlage. Den Körper aktiv kühlen – mit feuchten Tüchern, besonders an Hals/Nacken, Achseln und Leisten. Atmung und Bewusstsein bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes überwachen. Flüssigkeit nur bei vollem Bewusstsein anbieten – niemals einer benommenen oder bewusstlosen Person.

Wer besonders gefährdet ist – und wie man vorbeugt

Besonders anfällig sind Säuglinge und kleine Kinder, ältere Menschen, chronisch Kranke sowie alle, die sich bei Hitze körperlich anstrengen. Vorbeugen lässt sich einfach: die pralle Mittagssonne meiden, eine Kopf- und Nackenbedeckung tragen, ausreichend trinken und Wohnräume kühl halten. Kinder gehören nie ungeschützt in die direkte Sonne. So bleibt die Hitzewelle ein Sommervergnügen – und kein Notfall.