Die Hitzewelle, die im Juni 2026 weite Teile Deutschlands erfasst hat, hat Folgen bis auf die Friedhöfe: Die Stadt Erfurt hat das Abbrennen von Grablichtern mit offener Flamme vorerst untersagt. Hintergrund ist die akute Brand- und Vegetationsbrandgefahr durch die langanhaltende Trockenheit. Über die Maßnahme berichteten unter anderem die Zeit und der Stern.
Wer das Verbot erlassen hat – und was genau gilt
Verantwortlich ist das Garten- und Friedhofsamt der Stadt Erfurt, das die Friedhöfe der Landeshauptstadt verwaltet. Untersagt sind demnach Grablichter und Kerzen mit offener Flamme. Wer dennoch ein brennendes Licht aufstellt, muss damit rechnen, dass die Friedhofsverwaltung es entfernt. Ob sich das Verbot auf alle städtischen Friedhöfe oder nur auf besonders gefährdete Anlagen bezieht, ging aus den vorliegenden Meldungen nicht eindeutig hervor.
Warum die Stadt eingreift
Der Grund ist die extreme Trockenheit. Fachleute warnen seit Jahren, dass Grablichter bei Sommerhitze zur Gefahr werden: Die meist dünnwandigen Plastikbehälter können in der Sonne weich werden, einknicken oder auslaufen; Windböen oder Tiere können sie umwerfen. Das heiße Wachs oder die Flamme entzündet dann leicht trockenes Gras, Laub oder Kiefernnadeln (Feuerwehr Unterschleißheim). Auf Friedhöfen mit altem Baumbestand kann sich daraus rasch ein Flächenbrand entwickeln. Das Verbot gilt „vorerst" und soll so lange bestehen bleiben, bis sich die Wetterlage entspannt – ein festes Enddatum gibt es nicht.
Appell an Angehörige: LED statt offener Flamme
Die Stadt bittet Angehörige um Verständnis und Verzicht auf brennende Lichter, solange die Trockenheit anhält. Als Alternative bieten sich flammenlose LED-Grablichter an, die ein ähnliches Erscheinungsbild haben, aber keine Brandgefahr darstellen.
Erfurt ist kein Einzelfall
Vergleichbare Maßnahmen ergreifen in diesem Sommer mehrere Kommunen. Nürnberg untersagte Grablichter mit offener Flamme „ab sofort" und kündigte an, solche Kerzen „unverzüglich und ausnahmslos" zu entfernen – besonders auf Friedhöfen mit Kiefernbestand (Stadt Nürnberg). Auch Cottbus verbot Grablichter wegen der Brandgefahr. Die Trockenheit verändert damit vorübergehend, wie Menschen ihrer Verstorbenen gedenken können.



