Der frisch gewählte Co-Vorsitzende der Linken, Luigi Pantisano, steht nur wenige Tage nach seiner Wahl massiv in der Kritik. Auslöser ist ein Faschismus-Vergleich, mit dem der 46-Jährige die CDU in unmittelbare Nähe zur AfD gerückt hat. Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) forderte daraufhin seinen Rücktritt.

Was Pantisano gesagt hat

In einem Interview am Rande des Linken-Parteitags in Potsdam sagte Pantisano, es gebe „gerade gar keinen Unterschied zwischen der CDU, die faschistische Politik macht, der AfD oder den Faschisten selbst“. Kanzler Friedrich Merz (CDU) nannte er einen „Versager“ (Tagesspiegel). Bemerkenswert ist, dass Pantisano zuvor öffentlich für mögliche Bündnisse mit der CDU auf Länderebene geworben hatte, um AfD-Regierungen zu verhindern.

Wer ist Luigi Pantisano?

Pantisano ist Bundestagsabgeordneter und wurde auf dem Parteitag in Potsdam mit rund 53 Prozent der Stimmen zum neuen Co-Vorsitzenden der Linken gewählt. Gemeinsam mit der wiedergewählten Vorsitzenden Ines Schwerdtner bildet er nun die Doppelspitze der Partei. Pantisano folgt auf Jan van Aken, der das Amt nach eigenen Angaben aus gesundheitlichen Gründen aufgab.

Günthers Rücktrittsforderung

Günther reagierte mit deutlichen Worten: Wer die CDU mit Faschisten und der AfD gleichsetze, habe sich „für jeden ernsthaften demokratischen Austausch disqualifiziert“. Er forderte Pantisano auf, die Politik „so schnell wie möglich“ zu verlassen (t-online).

Auch weitere Christdemokraten meldeten sich zu Wort. CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann erklärte: „Wer Christdemokraten mit Faschisten gleichsetzt, disqualifiziert sich.“ Der parlamentarische Geschäftsführer der Union, Steffen Bilger, nannte die Äußerung „dumm, geschichtsvergessen und inakzeptabel“ (Tagesspiegel).

Kritik auch aus der eigenen Partei

Widerspruch kam nicht nur von der Union. Mehrere Linken-Politiker aus Ostdeutschland zeigten sich irritiert. Eva von Angern, Spitzenkandidatin in Sachsen-Anhalt, betonte, es gebe klare Unterschiede zwischen CDU und AfD.

Pantisanos Reaktion

Pantisano selbst ruderte teilweise zurück. Er stellte klar, seine Formulierung sei „verkürzt“ gewesen. Inhaltlich blieb er bei seiner Kritik: Parteien wie die CDU übernähmen AfD-Positionen und machten diese dadurch „erst recht stark“; entscheidend sei die „menschenfeindliche Politik“ selbst, nicht die Frage, wer sie umsetze. Einen Rücktritt lehnte er damit faktisch ab. Ob die Kontroverse den Start der neuen Linken-Doppelspitze nachhaltig belastet, dürfte sich in den kommenden Wochen zeigen.