Es ist das Ende einer Beilage: Wer im ICE seine Currywurst künftig mit Pommes bestellen möchte, schaut in die Röhre. Die Deutsche Bahn hat die frittierten Klassiker seit Anfang Juni 2026 dauerhaft aus dem Angebot der Bordrestaurants genommen. Schuld ist – zumindest mittelbar – ein Vorstoß aus Brüssel.

Worum es bei dem EU-Gesetz geht

Auslöser ist nicht etwa eine neue Acrylamid-Vorgabe für frittierte Speisen, wie man vermuten könnte, sondern die EU-Verordnung über fluorierte Treibhausgase (EU) 2024/573. Die sogenannte F-Gas-Verordnung trat im März 2024 in Kraft und schränkt den Einsatz vieler klimaschädlicher Kältemittel drastisch ein. Bis 2030 soll der Verbrauch fluorierter Treibhausgase deutlich sinken; betroffen sind ausdrücklich auch mobile Kälteanlagen.

Für die Bahn heißt das konkret: Bestimmte Kältemittel dürfen perspektivisch nicht mehr eingesetzt werden. Statt teuer in neue, verordnungskonforme Tiefkühltechnik zu investieren, hat sich der Konzern entschieden, die Tiefkühlgeräte in den Speisewagen bis Ende 2026 schrittweise abzubauen und durch herkömmliche Kühlung zu ersetzen.

Warum ausgerechnet die Pommes

Die Pommes sind sozusagen kollateraler Schaden dieser Umstellung: Sie müssen tiefgefroren gelagert werden – und genau das ist mit der neuen, einfacheren Kühltechnik nicht mehr möglich. Eine Bahnsprecherin begründete den Schritt damit, dass die Bordgastronomie „zuverlässiger und weniger komplex“ werden solle.

Als Ersatz zur beliebten Currywurst – rund 600.000 Portionen verkauft die Bahn davon jährlich im Fernverkehr – gibt es nun Kartoffelecken (Wedges) oder ein Brötchen. Der Preis für die Currywurst mit Wedges liegt laut t-online bei 5,99 Euro. Geschmacklich kommt der Ersatz allerdings nicht bei allen gut an.

Nicht nur die Pommes müssen gehen

Die Umstellung der Kühltechnik hat weitere Folgen für das Bordsortiment. Auch Speiseeis soll nach Angaben der Bahnblogstelle nach der Sommersaison verschwinden, und selbst die Eiswürfel für Getränke stehen auf der Kippe. Einzelne Tiefkühlprodukte könnten erhalten bleiben – aber nur, wenn sie sich auch ohne Tiefkühlung lagern lassen.

Kritik und Spott

In sozialen Netzwerken sorgte das Pommes-Aus für reichlich Häme – mal gegen die Bahn, mal gegen die EU-Bürokratie. Kritiker bemängeln, dass der Konzern lieber spart, als in neue Technik zu investieren. Die Bahn betont dagegen, die Vereinfachung komme am Ende den Fahrgästen zugute: Wer auf einer verspäteten Fahrt schon einmal vor einem leeren Bordbistro stand, dürfte zumindest diesen Gedanken nachvollziehen können. Ob Wedges das verlorene Pommes-Glück ersetzen, bleibt Geschmackssache.