Es gibt Verluste, die das Leben in ein Davor und ein Danach teilen. Für eine Familie, deren Geschichte nun bundesweit Aufmerksamkeit findet, war es der Tod ihres Sohnes Kjell. Der Junge starb mit nur neun Jahren an einem Hirntumor. Aus der Trauer seiner Eltern ist etwas gewachsen, das anderen Familien Halt geben soll: der Verein „Kjells Wunderland“.

Eine Idee, geboren aus dem Schmerz

Wer ein krebskrankes Kind hat, kennt nicht nur die Angst, sondern auch die Überforderung: Welche Klinik ist die richtige? Welche Studien laufen gerade? Wo gibt es Unterstützung, wenn der Alltag aus den Fugen gerät? Genau hier setzt „Kjells Wunderland“ an. Der Verein begleitet schwer erkrankte Kinder und ihre Familien, hilft bei der Suche nach geeigneten Kliniken und Behandlungsoptionen und schenkt ihnen Auszeiten vom Klinikalltag.

Gegründet wurde die Initiative von Kjells Eltern. Was als ganz persönliche Antwort auf einen unfassbaren Verlust begann, ist heute ein Angebot, das vielen Familien in einer der dunkelsten Phasen ihres Lebens zur Seite steht. Der Name des Vereins trägt die Erinnerung an den Jungen weiter – und macht aus dem Gedenken eine handfeste Hilfe.

Ein Preis, der Engagement sichtbar macht

Für dieses Engagement wird „Kjells Wunderland“ nun ausgezeichnet. Beim Preis Shine a Light der Krebs-Community yeswecan!cer gehört der Verein zu den drei Gewinnerinitiativen des Jahres 2026. Jede von ihnen erhält ein Preisgeld von 10.000 Euro, ermöglicht durch die Deutsche Postcode Lotterie. Der Award würdigt Initiativen, die Menschen mit Krebs und ihre Angehörigen mit besonderem Einsatz begleiten und stärken.

Drei Initiativen, ein gemeinsames Ziel

Neben „Kjells Wunderland“ werden zwei weitere Projekte geehrt: „Pro Mater Sano“ unterstützt bundesweit Frauen, die während einer Schwangerschaft oder als Mutter eines kleinen Kindes an Krebs erkranken. Die „Ulmer Schatzkiste“ wiederum begleitet unheilbar erkrankte Eltern dabei, ihren Kindern bleibende Erinnerungen zu hinterlassen – etwa in Form eines persönlichen Films mit Botschaften und Geschichten. Über einen zusätzlichen Community-Preis konnte das Publikum per Abstimmung mitentscheiden, welche Initiative besonders gefördert wird.

Wenn aus Verlust Hoffnung wird

Geschichten wie die von „Kjells Wunderland“ erzählen von einer leisen, aber unbeugsamen Kraft: der Entscheidung, dem eigenen Schmerz einen Sinn zu geben. Der Preis verändert nichts an dem, was diese Familie verloren hat. Aber er macht sichtbar, was aus ihrer Trauer entstanden ist – und gibt dem Andenken an einen kleinen Jungen einen Platz im Leben vieler anderer.