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title: "Kinderklinik Ludwigsfelde schließt: Notfallversorgung für Kinder bleibt ungeklärt"
description: "Das Evangelische Krankenhaus Ludwigsfelde-Teltow gibt Ende Juli seine Klinik für Kinder- und Jugendmedizin auf. Wie kleine Patienten in der Region künftig im Notfall versorgt werden, ist wenige Wochen vorher noch ungeklärt – ein Lehrstück über die Folgen der Krankenhausreform."
category: "Inland"
category_url: https://weltwarte.de/kategorie/inland
author: "Annika Schuster"
published: 2026-06-22T03:36:00.000Z
updated: 2026-06-22T03:36:00.000Z
canonical: https://weltwarte.de/artikel/kinderklinik-ludwigsfelde-schliesst-notfallversorgung-fuer-kinder-bleibt-ungekla
tags: ["Krankenhausreform", "Brandenburg", "Kindermedizin", "Ludwigsfelde", "Gesundheitspolitik", "Notfallversorgung"]
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# Kinderklinik Ludwigsfelde schließt: Notfallversorgung für Kinder bleibt ungeklärt

Das Evangelische Krankenhaus Ludwigsfelde-Teltow gibt Ende Juli seine Klinik für Kinder- und Jugendmedizin auf. Wie kleine Patienten in der Region künftig im Notfall versorgt werden, ist wenige Wochen vorher noch ungeklärt – ein Lehrstück über die Folgen der Krankenhausreform.

Im südlichen Brandenburg verschwindet ein weiteres Stück wohnortnaher Kindermedizin: Das Evangelische Krankenhaus Ludwigsfelde-Teltow gibt zum Ende des Monats Juli 2026 seine Klinik für Kinder- und Jugendmedizin auf. Was nach der Schließung mit der Notfallversorgung kranker und verletzter Kinder vor Ort geschieht, ist wenige Wochen vor dem Stichtag weiterhin unklar, wie der [Tagesspiegel](https://www.tagesspiegel.de/berlin/krankenhausreform-notfallversorgung-nach-schliessung-von-kinderklinik-unklar-15739953.html) berichtet.

## Drei belegte Betten – und das Ende einer Station

Träger der Klinik ist das Evangelische [Diakonissenhaus Berlin Teltow Lehnin](https://www.diakonissenhaus.de/aktuelles/klinik-fuer-kinder-und-jugendmedizin-im-evangelischen-krankenhaus-ludwigsfelde-teltow-schliesst-zum-31-juli-2026-1). Es begründet den Rückzug aus der Kindermedizin mit einer dauerhaft sehr niedrigen Auslastung – im Schnitt seien nur rund drei Betten belegt gewesen – sowie mit der von der Krankenhausreform geforderten Spezialisierung. Statt der Kinderstation will das Haus künftig andere Bereiche wie Innere Medizin, Chirurgie und Geriatrie ausbauen; die übrige Notfallversorgung des Krankenhauses soll erhalten bleiben.

Die Entscheidung trifft eine Region, in der die Klinik für viele Familien die nächstgelegene Anlaufstelle war. Eine Mutter aus der Umgebung startete eine [Petition zum Erhalt der Klinik](https://www.berliner-zeitung.de/article/kinderklinik-ludwigsfelde-muss-schliessen-petition-zum-erhalt-der-klinik-gestartet-10038485), die nach Angaben des Tagesspiegels mehr als 6.000 Unterschriften sammelte.

## Der Bezug zur Krankenhausreform

Der Träger verweist ausdrücklich auf die bundesweite Krankenhausreform. Deren Logik setzt auf Spezialisierung und auf die Bündelung medizinischer Leistungen an größeren Standorten: Wer bestimmte Fallzahlen und Qualitätsvorgaben nicht erreicht, soll künftig kein Geld mehr für die entsprechende Leistung erhalten. Für kleine Stationen mit geringer Auslastung wird der Betrieb unter diesen Bedingungen wirtschaftlich kaum noch tragbar.

Genau hier zeigt sich das Spannungsfeld der Reform: Sie soll die Qualität durch Konzentration verbessern, schwächt aber zugleich die wohnortnahe Grundversorgung – besonders in Flächenregionen wie Brandenburg, wo Wege zur nächsten Fachklinik lang sind.

## Wer versorgt künftig die Kindernotfälle?

Die planbare stationäre Versorgung soll perspektivisch stärker das Klinikum Ernst von Bergmann in Potsdam übernehmen. Für die akuten Kindernotfälle vor Ort existiert jedoch bislang kein abschließendes Konzept. Brandenburgs Gesundheitsminister René Wilke (SPD) erklärte, an einer Lösung werde in Kooperation mit dem Potsdamer Klinikum gearbeitet; die Versorgung in der Region sei „sehr, sehr gut gesichert“. Ein konkretes, verbindliches Modell für die Zeit nach der Schließung liegt aber noch nicht vor ([Tagesspiegel](https://www.tagesspiegel.de/berlin/krankenhausreform-notfallversorgung-nach-schliessung-von-kinderklinik-unklar-15739953.html)).

## Kritik aus der Politik

Scharfe Kritik kommt aus dem Brandenburger Landtag. Der BSW-Abgeordnete Andreas Kutsche bemängelt, dass kurz vor der Schließung weiterhin offen sei, ob und wie Kindernotfälle vor Ort künftig versorgt würden. Aus seiner Sicht dürfe die Reform nicht dazu führen, dass Familien mit kranken Kindern im Zweifel deutlich weitere Wege bis zur nächsten Kinderklinik in Kauf nehmen müssten.

Die Schließung in Ludwigsfelde reiht sich damit in eine bundesweite Debatte ein: Die Krankenhausreform soll Strukturen ordnen und die Versorgung langfristig sichern. In der Praxis aber entstehen vielerorts zunächst Lücken – und es ist Aufgabe von Ländern und Trägern, sie zu schließen, bevor der letzte Betriebstag erreicht ist.

## Quellen

- [Krankenhausreform: Notfallversorgung nach Schließung von Kinderklinik unklar](https://www.tagesspiegel.de/berlin/krankenhausreform-notfallversorgung-nach-schliessung-von-kinderklinik-unklar-15739953.html)
- [Klinik für Kinder- und Jugendmedizin in Ludwigsfelde-Teltow schließt](https://www.diakonissenhaus.de/aktuelles/klinik-fuer-kinder-und-jugendmedizin-im-evangelischen-krankenhaus-ludwigsfelde-teltow-schliesst-zum-31-juli-2026-1)
- [Kinderklinik Ludwigsfelde muss schließen – Petition gestartet](https://www.berliner-zeitung.de/article/kinderklinik-ludwigsfelde-muss-schliessen-petition-zum-erhalt-der-klinik-gestartet-10038485)

