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title: "Jung, vernetzt und doch allein: Warum Einsamkeit die Generation Z trifft"
description: "Lange galt Einsamkeit als Problem alter Menschen. Doch aktuelle Studien zeigen ein anderes Bild: In Deutschland fühlt sich rund jeder fünfte junge Erwachsene einsam – besonders Frauen und die Generation Z. Eine Spurensuche nach den Ursachen."
category: "Inland"
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author: "Michael Schäfer"
published: 2026-06-22T14:39:00.000Z
updated: 2026-06-22T14:39:00.000Z
canonical: https://weltwarte.de/artikel/jung-vernetzt-und-doch-allein-warum-einsamkeit-die-generation-z-trifft
tags: ["Einsamkeit", "Generation Z", "Junge Erwachsene", "Psychische Gesundheit", "Soziale Medien"]
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# Jung, vernetzt und doch allein: Warum Einsamkeit die Generation Z trifft

Lange galt Einsamkeit als Problem alter Menschen. Doch aktuelle Studien zeigen ein anderes Bild: In Deutschland fühlt sich rund jeder fünfte junge Erwachsene einsam – besonders Frauen und die Generation Z. Eine Spurensuche nach den Ursachen.

Das Klischee ist hartnäckig: Wer an Einsamkeit denkt, denkt an alte Menschen, die allein in ihrer Wohnung sitzen. Doch die Datenlage erzählt eine andere, überraschende Geschichte. Es sind ausgerechnet die Jungen, die heute am häufigsten von Einsamkeit berichten – jene Generation, die rund um die Uhr digital vernetzt ist.

## Jeder Fünfte – und das bleibt so

Laut der familiendemografischen Studie FReDA des [Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung](https://www.bib.bund.de/DE/Presse/Mitteilungen/2024/2024-05-29-Einsamkeit-im-jungen-und-mittleren-Erwachsenenalter-hat-zugenommen-besonders-unter-jungen-Menschen.html) (BiB) gibt gut ein Fünftel der 21- bis 30-Jährigen an, sich stark einsam zu fühlen. In der älteren Gruppe der 31- bis 54-Jährigen sind es mit rund 14 Prozent deutlich weniger.

Besonders bemerkenswert: Das Einsamkeitsempfinden hat sich seit der Corona-Pandemie kaum zurückgebildet. Was viele für ein vorübergehendes Pandemie-Phänomen hielten, verfestigt sich offenbar zu einer dauerhaften psychosozialen Belastung – vor allem für die Generation Z, also die heute etwa 15- bis 30-Jährigen.

## Frauen tragen eine größere Last

Die Geschlechterunterschiede sind deutlich. Frauen weisen über die Jahre eine höhere Einsamkeitsbelastung auf als Männer. Laut dem [Einsamkeitsbarometer](https://www.bmbfsfj.bund.de/resource/blob/240528/5a00706c4e1d60528b4fed062e9debcc/einsamkeitsbarometer-2024-data.pdf) des Bundesfamilienministeriums lag der Wert bei Frauen 2021 bei 12,8 Prozent, bei Männern bei 9,8 Prozent. Während Frauen häufiger emotionale Einsamkeit erleben – also Defizite in engen, vertrauten Beziehungen –, berichten Männer eher von sozialer Einsamkeit, etwa Unzufriedenheit mit dem Freundeskreis.

## Corona, Umbrüche und das Smartphone

Die Ursachen sind vielschichtig. Die Pandemie wirkte wie ein Katalysator: Sie hat in einer prägenden Lebensphase Kontakte gekappt, gerade als junge Menschen Freundschaften und Partnerschaften aufbauen. Hinzu kommen die typischen Umbrüche dieses Alters – Auszug, Studium, erster Job, Ortswechsel –, die soziale Netze immer wieder zerreißen.

Auch die sozialen Medien spielen eine ambivalente Rolle. Permanente Vergleiche mit kuratierten Online-Leben anderer können das Gefühl verstärken, nicht dazuzugehören. Eine aktuelle Jugendtrendstudie bestätigt: Rückzug, Isolation und Einsamkeitsgefühle nehmen zu – und die Generation Z bewertet ihre psychische Gesundheit schlechter als andere Altersgruppen.

## Mehr als ein Stimmungstief

Einsamkeit ist kein bloßes Befindlichkeitsproblem. Sie gilt als Risikofaktor für Depressionen, Angststörungen und sogar körperliche Erkrankungen wie Herz-Kreislauf-Leiden. Forschende warnen zudem vor gesellschaftlichen Folgen: Wer sich abgehängt fühlt, ist anfälliger für Misstrauen und Rückzug aus dem öffentlichen Leben.

## Was der Staat dagegen tut

Die Bundesregierung hat das Thema erkannt. Mit ihrer [Strategie gegen Einsamkeit](https://www.bmbfsfj.bund.de/bmbfsfj/service/publikationen/strategie-der-bundesregierung-gegen-einsamkeit-234582) bündelt sie 111 Maßnahmen rund um fünf Ziele: die Öffentlichkeit sensibilisieren, Wissen und Praxis stärken, bereichsübergreifend handeln und Betroffene unterstützen. Begleitet wird das Vorhaben von einem Kompetenznetz Einsamkeit und einem jährlichen Monitoring.

Ob das reicht, wird sich zeigen. Klar ist: Die Vorstellung, Einsamkeit sei vor allem ein Altersthema, ist überholt. Sie hat längst die Jungen erreicht – mitten im Leben.

## Quellen

- [Einsamkeit im jungen und mittleren Erwachsenenalter hat zugenommen](https://www.bib.bund.de/DE/Presse/Mitteilungen/2024/2024-05-29-Einsamkeit-im-jungen-und-mittleren-Erwachsenenalter-hat-zugenommen-besonders-unter-jungen-Menschen.html)
- [Einsamkeitsbarometer 2024](https://www.bmbfsfj.bund.de/resource/blob/240528/5a00706c4e1d60528b4fed062e9debcc/einsamkeitsbarometer-2024-data.pdf)
- [Strategie der Bundesregierung gegen Einsamkeit](https://www.bmbfsfj.bund.de/bmbfsfj/service/publikationen/strategie-der-bundesregierung-gegen-einsamkeit-234582)

