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title: "Fledermäuse: Die heimlichen Jäger der Sommernacht"
description: "In lauen Sommernächten flattern sie lautlos über Gärten, Teiche und Straßenlaternen: Fledermäuse sind die einzigen aktiv fliegenden Säugetiere der Welt, vertilgen Tausende Mücken pro Nacht und orientieren sich mit Ultraschall im Dunkeln. Doch die faszinierenden Insektenjäger sind in Deutschland streng geschützt – und vielerorts bedroht."
category: "Wissenschaft"
category_url: https://weltwarte.de/kategorie/wissenschaft
author: "Annika Schuster"
published: 2026-06-22T22:45:00.000Z
updated: 2026-06-22T22:45:00.000Z
canonical: https://weltwarte.de/artikel/fledermaeuse-die-heimlichen-jaeger-der-sommernacht-und-warum-sie-unser-oekosyste
tags: ["Fledermäuse", "Artenschutz", "Echoortung", "Natur", "Biodiversität"]
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# Fledermäuse: Die heimlichen Jäger der Sommernacht

In lauen Sommernächten flattern sie lautlos über Gärten, Teiche und Straßenlaternen: Fledermäuse sind die einzigen aktiv fliegenden Säugetiere der Welt, vertilgen Tausende Mücken pro Nacht und orientieren sich mit Ultraschall im Dunkeln. Doch die faszinierenden Insektenjäger sind in Deutschland streng geschützt – und vielerorts bedroht.

Wenn die Dämmerung über Deutschland hereinbricht und die letzten Mauersegler verschwinden, übernehmen lautlose Schatten den Luftraum. Fledermäuse sind die heimlichen Herrscher der Sommernacht – und biologisch eine echte Sensation.

## Die einzigen fliegenden Säugetiere

Fledermäuse sind die einzigen Säugetiere, die aktiv fliegen können. Zwischen ihren extrem verlängerten Fingerknochen ist eine dünne, elastische Flughaut aufgespannt – ein echter Flügel, kein bloßes Gleitsegel wie bei Flughörnchen. Damit erobern sie eine Nische, die sonst nur Vögeln und Insekten offensteht: den nächtlichen Luftraum.

## Sehen mit den Ohren: die Echoortung

Im Dunkeln jagen Fledermäuse nicht mit den Augen, sondern mit den Ohren. Sie stoßen Ultraschall-Rufe aus, die für uns Menschen unhörbar sind – laut [NABU](https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/saeugetiere/fledermaeuse/arten/index.html) meist im Bereich von etwa 20 bis 100 Kilohertz. Treffen diese Laute auf ein Hindernis oder eine Mücke, werden sie als Echo zurückgeworfen. Aus Laufzeit und Veränderung des Echos berechnet das Gehirn der Fledermaus blitzschnell Entfernung, Größe und Flugrichtung der Beute. Jede Art hat dabei ihre eigene „Rufhandschrift".

## Natürlicher Schädlingsschutz

Fledermäuse sind unermüdliche Insektenvertilger. Eine einzige Zwergfledermaus kann nach Angaben des [Landesfachausschusses Fledermausschutz NRW](https://www.fledermausschutz.de/biologie/nahrung-und-oekologische-bedeutung/) pro Nacht rund 1.000 bis 2.000 Mücken und andere Insekten fressen. Hochgerechnet auf eine ganze Kolonie sind das Millionen Insekten pro Sommer – ein kostenloser, biologischer Schädlingsschutz, der lästige Stechmücken ebenso reduziert wie land- und forstwirtschaftliche Schadinsekten.

## Rund 25 Arten – alle streng geschützt

In Deutschland leben etwa 25 Fledermausarten, darunter die winzige Zwergfledermaus, der Große Abendsegler und das Große Mausohr. Alle heimischen Arten stehen unter strengem rechtlichem Schutz; Deutschland ist unter anderem dem europäischen Abkommen EUROBATS beigetreten. Ihre Quartiere beziehen sie in Baumhöhlen, auf Dachböden und in Mauerspalten; im Winter halten alle heimischen Arten Winterschlaf in Kellern, Höhlen und Stollen. Besonders empfindlich macht sie ihre langsame Vermehrung: Die Weibchen bringen meist nur ein einziges Junges pro Jahr zur Welt.

## Bedroht durch Mensch und Technik

Genau diese Empfindlichkeit macht die Tiere verwundbar. Gebäudesanierungen verschließen Quartiere, intensive Forstwirtschaft nimmt alten Bäumen ihre Höhlen, das Insektensterben entzieht den Jägern die Nahrung, und Lichtverschmutzung stört ihre Flugrouten. Hinzu kommt die Windkraft: Ohne Schutzmaßnahmen verunglücken besonders im offenen Luftraum jagende und wandernde Arten an Rotoren. Das [Bundesamt für Naturschutz](https://www.bfn.de/fledermausschutz-und-windenergieanlagen) empfiehlt daher bedarfsgesteuerte Abschaltzeiten der Anlagen in fledermausaktiven Nächten.

## Was jeder tun kann

Fledermausfreundlich handeln ist einfach: Fledermauskästen aufhängen, vorhandene Quartiere an Haus und Baum erhalten und einen naturnahen Garten mit nachtblühenden, duftenden Pflanzen anlegen, die Nachtfalter und damit Beute anlocken. Auch der Verzicht auf Insektengifte und grelle Außenbeleuchtung hilft.

## Mythen entkräftet

Fledermäuse verfangen sich nicht in den Haaren – das ist reines Ammenmärchen; mit ihrer Echoortung weichen sie jedem Haar präzise aus. Die heimischen Arten sind harmlos und keine Blutsauger, Tollwut kommt bei ihnen nur sehr selten vor. Trotzdem gilt: Eine gefundene Fledermaus niemals mit bloßen Händen anfassen – zum Schutz des gestressten Tieres und zur eigenen Sicherheit. Wer also in einer warmen Sommernacht ein flatterndes Schattenspiel am Himmel beobachtet, sieht keinen Spuk – sondern einen der nützlichsten Bewohner unserer Natur bei der Arbeit.

## Quellen

- [Heimische Fledermäuse: Alle Arten im Porträt](https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/saeugetiere/fledermaeuse/arten/index.html)
- [Nahrung und ökologische Bedeutung der Fledermäuse](https://www.fledermausschutz.de/biologie/nahrung-und-oekologische-bedeutung/)
- [Fledermausschutz und Windenergieanlagen](https://www.bfn.de/fledermausschutz-und-windenergieanlagen)

