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title: "Die Bier-Riesen schrumpfen – und ein Münchner Traditionsbrauer trotzt dem Trend"
description: "Weltweit setzen die großen Braukonzerne weniger Bier ab, von AB InBev bis Heineken. Doch ausgerechnet ein deutsches Unternehmen wächst kräftig gegen den globalen Trend: Paulaner. Ein Blick auf die Rangliste der Branchenriesen – und auf die Frage, warum das Geschäft mit dem Gerstensaft ins Wanken gerät."
category: "Wirtschaft"
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author: "Clara Hoffmann"
published: 2026-06-23T09:09:10.000Z
updated: 2026-06-23T09:09:10.000Z
canonical: https://weltwarte.de/artikel/die-bier-riesen-schrumpfen-und-ein-muenchner-traditionsbrauer-trotzt-dem-trend
tags: ["Bier", "Brauereien", "AB InBev", "Paulaner", "BarthHaas", "Bierkonsum"]
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# Die Bier-Riesen schrumpfen – und ein Münchner Traditionsbrauer trotzt dem Trend

Weltweit setzen die großen Braukonzerne weniger Bier ab, von AB InBev bis Heineken. Doch ausgerechnet ein deutsches Unternehmen wächst kräftig gegen den globalen Trend: Paulaner. Ein Blick auf die Rangliste der Branchenriesen – und auf die Frage, warum das Geschäft mit dem Gerstensaft ins Wanken gerät.

Bier ist ein globales Milliardengeschäft – und doch ein schrumpfendes. Der jährliche [BarthHaas-Bericht](https://www.barthhaas.com/company/news/news-article/bh/top-40-brewers-output-falls-at-major-brewing-groups), die wichtigste Branchenstatistik der Hopfenwirtschaft, zeichnet ein klares Bild: Der Ausstoß der 40 größten Braugruppen der Welt geht zurück. Inmitten dieser Talfahrt sticht ein deutsches Unternehmen heraus, das kräftig zulegt.

## Wer die Großen sind

An der Spitze der Branche thront unangefochten der belgisch-brasilianische Riese **AB InBev**, zu dem Marken wie Budweiser, Corona und Beck's gehören. Sein Ausstoß lag zuletzt bei [484,19 Millionen Hektolitern](https://www.about-drinks.com/sechs-deutsche-brauereien-unter-den-top-40-weltweit/) (minus 2,5 Prozent) – mehr als das Doppelte des Verfolgers. Auf Rang zwei folgt der niederländische Konzern **Heineken** mit 235,65 Millionen Hektolitern (minus 2,1 Prozent), dahinter die chinesische **China Res. Snow Breweries** mit 110,30 Millionen Hektolitern (plus 1,4 Prozent), deren Hauptmarke Snow vor allem im Riesenmarkt China verkauft wird.

Dahinter reihen sich Schwergewichte wie Carlsberg, Asahi, Molson Coors und die chinesische Tsingtao-Brauerei ein. Allein die drei Marktführer stehen für mehr als die Hälfte des gesamten Top-40-Ausstoßes – der wiederum seit mehreren Jahren rückläufig ist.

## Der deutsche Außenseiter

Deutschland ist mit sechs Brauereien in den globalen Top 40 vertreten. Größter deutscher Vertreter ist die Radeberger Gruppe (Platz 25), gefolgt von der Paulaner Gruppe (Platz 29), der TCB Beteiligungsgesellschaft (Platz 30), der Oettinger Gruppe (Platz 32), der Krombacher Gruppe (Platz 33) und der Bitburger Braugruppe (Platz 35).

Während die meisten dieser Häuser Federn lassen mussten, gelang **Paulaner** das Kunststück, gegen den Strom zu schwimmen: Die Münchner steigerten ihren Ausstoß um beachtliche 14,8 Prozent und rückten in der Weltrangliste vor. Getragen wird der Erfolg vom Exportgeschäft und von der globalen Strahlkraft bayerischer Bierkultur samt Oktoberfest-Image – während der Heimatmarkt schrumpft.

## Warum das Bier weniger wird

Der Gegenwind ist strukturell. In Deutschland ist der Pro-Kopf-Verbrauch laut [Statista](https://de.statista.com/statistik/daten/studie/4628/umfrage/entwicklung-des-bierverbrauchs-pro-kopf-in-deutschland-seit-2000/) von fast 130 Litern im Jahr 1995 auf nur noch rund 88 Liter (2024) gefallen. Jüngere Generationen trinken bewusster, demografischer Wandel und wachsendes Gesundheitsbewusstsein drücken zusätzlich auf den Absatz.

Einen Lichtblick gibt es aber: alkoholfreies Bier. Dessen Produktion hat sich binnen zwei Jahrzehnten mehr als verdoppelt; Deutschland gilt mit mehreren Hundert alkoholfreien Marken als Weltspitze. Während alkoholhaltiges Pils Marktanteile verliert, legen alkoholfreie Varianten teils zweistellig zu.

## Einordnung

Die Rangliste zeigt eine paradoxe Branche: Die Konzerne werden durch Übernahmen größer und mächtiger, gleichzeitig schrumpft der Markt, den sie bedienen. Für deutsche Brauer heißt die Antwort Export, Spezialisierung und alkoholfreie Produkte. Paulaner beweist, dass auch in einem rückläufigen Geschäft Wachstum möglich ist – wenn die Marke stark genug ist und über die Landesgrenzen hinaus zieht. Der globale Trend bleibt dennoch eindeutig: Die große Zeit des reinen Mengenwachstums beim Bier ist vorbei.

## Quellen

- [Top 40 brewers: output falls at major brewing groups (BarthHaas-Bericht)](https://www.barthhaas.com/company/news/news-article/bh/top-40-brewers-output-falls-at-major-brewing-groups)
- [Sechs deutsche Brauereien unter den Top 40 weltweit](https://www.about-drinks.com/sechs-deutsche-brauereien-unter-den-top-40-weltweit/)
- [Entwicklung des Bierverbrauchs pro Kopf in Deutschland](https://de.statista.com/statistik/daten/studie/4628/umfrage/entwicklung-des-bierverbrauchs-pro-kopf-in-deutschland-seit-2000/)

